Menschen wechseln aus alltäglichen Gründen die Apotheke: Sie sind umgezogen, ihre Krankenversicherung hat das bevorzugte Netzwerk geändert, die bisherige Apotheke hat Medikamente häufig nicht vorrätig, oder eine andere liegt schlicht näher am Arbeitsplatz. Was auch der Grund ist: Meist brauchen Sie kein neues Rezept von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In den USA lassen sich die meisten Rezepte von einer Apotheke zur anderen übertragen, und die Apotheken regeln das untereinander.
Dieser Beitrag zeigt die allgemeinen Schritte, was Sie bereithalten sollten und in welchen Fällen eine Übertragung nicht ganz einfach ist. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesstaat und Art des Medikaments. Verstehen Sie diesen Beitrag daher als Überblick, und lassen Sie sich die Einzelheiten für Ihren Fall in der Apotheke bestätigen.
Kurz gesagt
Bei den meisten Rezepten für nicht betäubungsmittelpflichtige Medikamente läuft es so ab:
- Wenden Sie sich an die neue Apotheke, nicht an die alte – persönlich, telefonisch oder über deren App oder Website.
- Nennen Sie die Angaben zum Rezept und zur alten Apotheke.
- Die neue Apotheke fordert die Übertragung an. Die Apothekerinnen und Apotheker klären das untereinander.
- Warten Sie die Bestätigung ab und holen Sie das Medikament dann in der neuen Apotheke ab.
Die neue Apotheke stößt die Übertragung an, weil sie ab diesem Zeitpunkt die Verantwortung für das Rezept übernimmt.
Was Sie bereithalten sollten
Mit diesen Angaben geht der Anruf schnell:
- Ihr vollständiger Name, Ihr Geburtsdatum und Ihre Adresse, so wie die alte Apotheke sie gespeichert hat.
- Name und Wirkstärke des Medikaments, genau wie auf dem Etikett.
- Die Rezeptnummer vom Etikett, falls Sie sie haben.
- Name, Standort und Telefonnummer der alten Apotheke.
- Ihre Versicherungskarte, denn die neue Apotheke muss die Kosten mit Ihrem Versicherungsplan abrechnen.
- Eine Liste Ihrer Allergien, damit die Unterlagen der neuen Apotheke vollständig sind.
Das Etikett auf der Packung enthält das meiste davon. Am einfachsten tragen Sie die Angaben mit, indem Sie jedes Etikett mit dem Smartphone fotografieren.
Wie lange es dauert
Eine Übertragung zwischen zwei Apotheken ist oft am selben oder am nächsten Tag erledigt, kann aber länger dauern. Das verzögert sie:
- Die alte Apotheke hat geschlossen oder viel zu tun, oder es ist Wochenende.
- Das Rezept hat keine Folgeabgaben mehr, es gibt also nichts zu übertragen. Die neue Apotheke muss dann bei der verordnenden Praxis ein neues Rezept anfordern.
- Das Rezept ist abgelaufen. Die Folge ist dieselbe: Sie brauchen ein neues Rezept.
- Die neue Apotheke hat das Medikament nicht vorrätig und muss es erst bestellen.
- Ihre Versicherung muss die neue Apotheke erst genehmigen oder behandelt sie als außerhalb des Netzwerks.
Deshalb gilt: Warten Sie mit der Übertragung nicht bis zu den letzten Tagen einer Packung. Beginnen Sie möglichst, wenn der Vorrat noch eine Woche oder länger reicht. Mit dem Nachbestell-Rechner sehen Sie, wann Ihre aktuelle Packung aufgebraucht ist.
Was sich nicht so leicht übertragen lässt
Betäubungsmittel
Medikamente, die von der Drug Enforcement Administration (DEA) als „controlled substances“ (Betäubungsmittel) eingestuft sind, unterliegen Bundesvorschriften, und die Bundesstaaten können zusätzlich strengere Regeln erlassen.
Einige allgemeine Punkte – das letzte Wort hat die Apotheke:
- 2023 hat die DEA ihre Vorschriften geändert: Ein elektronisches Rezept für ein Betäubungsmittel der Schedules II–V darf einmal übertragen werden, und zwar zwischen bei der DEA registrierten Apotheken für die erste Abgabe, auf Wunsch der Patientin oder des Patienten. Die Übertragung muss direkt zwischen zwei zugelassenen Apothekerinnen oder Apothekern erfolgen.
- Bei Rezepten der Schedules III–V werden nach dieser Regelung die verbleibenden Folgeabgaben zusammen mit dem ursprünglichen Rezept übertragen.
- Darüber hinaus ist die Übertragung von Folgeabgaben bei Betäubungsmitteln stärker eingeschränkt als bei gewöhnlichen Rezepten, und manche Apotheken oder Bundesstaaten schränken sie weiter ein. In vielen Fällen ist es praktisch am einfachsten, wenn die verordnende Praxis ein neues Rezept direkt an die neue Apotheke schickt.
Handelt es sich um ein Betäubungsmittel, fragen Sie als Erstes die neue Apotheke, ob sie die Übertragung übernehmen kann, und fragen Sie die verordnende Praxis, ob ein neues Rezept einfacher ist.
Über Bundesstaatsgrenzen hinweg
Ein Umzug in einen anderen Bundesstaat bedeutet nicht immer ein neues Rezept, kann es aber bedeuten. Die Apothekenregeln legt jeder Bundesstaat selbst fest, und manche sind bei Rezepten von Ärztinnen und Ärzten aus anderen Bundesstaaten strenger, besonders bei Betäubungsmitteln. Fragen Sie am besten die Apotheke im neuen Bundesstaat.
Ins Ausland
Rezepte lassen sich in der Regel nicht von einem Land in ein anderes übertragen. Wenn Sie ins Ausland ziehen, sprechen Sie rechtzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, wie Sie einen ausreichenden Vorrat für den Umzug mitnehmen und die Behandlung am neuen Ort sicherstellen. Die praktische Seite des Mitnehmens behandelt unsere Checkliste für Reisen mit Medikamenten.
Nach der Übertragung: Aufräumen
Sobald die neue Apotheke das Rezept hat, geraten ein paar Dinge leicht in Vergessenheit:
- Kündigen Sie die automatische Nachbestellung bei der alten Apotheke. Sonst erhalten Sie womöglich eine Nachricht über eine Abgabe, die nicht bearbeitet werden kann, oder in manchen Fällen versuchen zwei Apotheken, dasselbe Rezept zu beliefern. Wenn Sie bei der neuen Apotheke automatische Nachbestellungen möchten, richten Sie diese dort ein. Worauf Sie achten sollten, erklärt unser Beitrag Automatische Nachbestellung einrichten.
- Prüfen Sie das erste Etikett der neuen Apotheke. Name, Wirkstärke und Einnahmehinweise des Medikaments sollten mit dem übereinstimmen, was Sie bisher eingenommen haben. Tabletten eines anderen Herstellers können in Farbe oder Form anders aussehen, auch wenn das Medikament dasselbe ist. Wirkt etwas ungewohnt, fragen Sie vor der Einnahme in der Apotheke nach.
- Übertragen Sie möglichst alles. Sind alle Ihre Rezepte in einer Apotheke, sieht die Apothekerin oder der Apotheker die gesamte Liste – so fallen Wechselwirkungen und Doppelverordnungen auf. Außerdem wird so die Synchronisierung von Medikamenten möglich.
- Aktualisieren Sie Ihre eigenen Unterlagen. Name und Telefonnummer der Apotheke gehören auf Ihre Medikamentenliste und auf jeden Notfallausweis, den Sie bei sich tragen.
Ihre Liste beim Wechsel unverändert lassen
Ein Apothekenwechsel ändert, woher das Medikament kommt – nicht, was Sie einnehmen. Der Einnahmeplan bleibt genau derselbe.
Wenn Sie Doz verwenden, muss nichts neu eingerichtet werden. Die Medikamente sind nach Rezept gruppiert, samt verordnender Praxis, und Einnahmen und Erinnerungen bleiben, wie sie waren. Wenn die neue Packung da ist, aktualisieren Sie die Tablettenanzahl, damit Vorratsübersicht und Erinnerungen zum Nachbestellen Ihren tatsächlichen Bestand widerspiegeln. Doz ist nicht mit Apotheken verbunden, die Übertragung selbst läuft also weiterhin zwischen Ihnen und den Apotheken.
Häufige Fragen
Wie übertrage ich mein Rezept an eine andere Apotheke?
Wenden Sie sich an die neue Apotheke und nennen Sie Ihre Angaben, Name und Wirkstärke des Medikaments, die Rezeptnummer (falls vorhanden) sowie Name und Telefonnummer der alten Apotheke. Die neue Apotheke fordert die Übertragung an, und die Apothekerinnen und Apotheker schließen sie untereinander ab. Meist brauchen Sie dafür kein neues Rezept von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie lange dauert die Übertragung eines Rezepts?
Oft ist sie am selben oder am nächsten Tag erledigt. Sie kann aber länger dauern, wenn die alte Apotheke geschlossen ist, das Medikament bestellt werden muss, das Rezept keine Folgeabgaben mehr hat oder abgelaufen ist oder die Versicherung die Änderung genehmigen muss. Beginnen Sie die Übertragung, solange Ihr Vorrat noch mindestens eine Woche reicht.
Lassen sich Rezepte für Betäubungsmittel übertragen?
Manchmal, aber mit Einschränkungen. Seit 2023 erlauben die DEA-Regeln, dass ein elektronisches Rezept für ein Betäubungsmittel der Schedules II–V für die erste Abgabe einmal zwischen Apotheken übertragen wird, auf Wunsch der Patientin oder des Patienten. Andere Übertragungen sind stärker eingeschränkt, und die Bundesstaaten können eigene Regeln hinzufügen. Fragen Sie zuerst die neue Apotheke und die verordnende Praxis, ob ein neues Rezept einfacher wäre.
Kann ich ein Rezept ohne verbleibende Folgeabgaben übertragen?
Nein. Wenn keine Folgeabgaben mehr übrig sind oder das Rezept abgelaufen ist, gibt es nichts mehr zu übertragen. Die neue Apotheke kann bei Ihrer verordnenden Praxis ein neues Rezept anfordern. Das dauert länger, planen Sie also zusätzliche Zeit ein.
Muss ich meiner alten Apotheke mitteilen, dass ich wechsle?
Eine Erlaubnis brauchen Sie nicht, denn die neue Apotheke kümmert sich um die Übertragung. Es lohnt sich aber, automatische Nachbestellungen bei der alten Apotheke zu kündigen, damit sie nicht versucht, ein Rezept zu beliefern, das schon umgezogen ist.
Wo Sie anfangen
Fotografieren Sie das Etikett jeder Packung, die Sie übertragen möchten, und rufen Sie die neue Apotheke mit diesen Fotos vor sich an. Tun Sie das, solange Ihr Vorrat noch mindestens eine Woche reicht, prüfen Sie das erste Etikett, das Sie dort bekommen, und kündigen Sie die automatische Nachbestellung bei der alten Apotheke. Ist das Medikament ein Betäubungsmittel, fragen Sie zuerst, wie die Apotheke dabei vorgeht. Doz hält Ihren Einnahmeplan auf dem iPhone unverändert, während die Packungen den Besitzer wechseln.
Quellen
- eCFR: 21 CFR 1306.08(e)–(f), Übertragung elektronischer Rezepte für Betäubungsmittel
- Federal Register: Übertragung elektronischer Rezepte für Betäubungsmittel der Schedules II–V zwischen Apotheken für die erste Abgabe
- FDA: Generic Drug Facts (warum ein Generikum anders aussehen kann)
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